Vorklärung: Allgemeine Kriterien und Fragen zur Einschätzung der Heizungssteuerung

Aus der Recherche und der Analyse unterschiedlicher Heizungssteuerungssysteme (meist mit Heizkörperthermostaten) ist folgender grundlegender Katalog mit Kriterien und Fragen entstanden:

Wichtige Fragen und Kriterien
Ziel
Welches ist ihr übergeordnetes Ziel?
Beispielsweise die Verbesserung des Heizkomforts bei gleichzeitiger Reduktion der Heizkosten.
Was möchten Sie steuern?
“Nur” die Wärmeverteiler (die Heizkörper pro Zimmer, die Fußbodenheizung pro Zimmer…) mehr dazu hier oder auch den Wärmeerzeuger (z.B. den Heizkessel im Keller) mehr dazu hier.
Möchten Sie in unterschiedlichen Räumen unterschiedliche Zeit- und Temperaturprogramme nutzen und zentral steuern? (Heizzonen)
Über eine zentrale Steuereinheit können mehrere Räume geregelt werden.
Welche Personen dürfen und sollen die Raumtemperatur steuern – Berechtigung und Möglichkeit zur Steuerung?
Haben alle Bewohner eine Steuerungsmöglichkeit, Mehrpersonenfähigkeit, Kindersicherung…
Geht es um die Heizungssteuerung allein, oder ist das Ziel eine weitere Automation anderer Komponenten?
In Richtung Smart Home/Hausautomation, über die Heizung hinaus?
In wie vielen Räumen im Haushalt soll die Raumtemperatur anders als mechanisch gesteuert werden?
In manchen Räumen ist auch nur ein einfacher mechanischer Heizkörperthermostat ausreichend – siehe Mechanischer Heizkörperthermostat – Fazit.
Ist ein mobiler Zugriff auf die Heizungssteuerung erwünscht?
Bestimmte Geräte wie der Router und das Heizsteuerungssystem müssen dazu im Dauerbetrieb laufen und vom Internet zugreifebar sein (das bedeutet: der Zugriff nicht über das eigene WLAN). Die Öffnung des heimischen Systems birgt auch Gefahren (Sicherheit und Datenschutz).
Siehe mehr zu #mobilerZugriff unten auf dieser Seite. Beschreibungen zu Produkten über die ein mobiler Zugriff möglich sind, sind hier zu finden. Finde #mobilerZugriff auf der Homepage.
Persönliche Einstellung
Sind Sie einer selbstlernenden Heizungssteuerung gegenüber aufgeschlossen?
Dabei lernt das System aus vergangenen Entscheidungen und passt sich den Bewohnern an. Kommt man meist um 18 Uhr nach Hause und stellt dann seine Heizung auf 23 Grad, nimmt das System das Verhalten für die Zukunft an. Oder zum Beispiel das Produkt Honeywell evohome – es lernt wie lange die Heizung braucht, um zu einer gewissen Uhrzeit die geforderte Temperatur zu erreichen und passt sein Verhalten darauf an.
Ist es für Sie in Ordnung, wenn ihre Heizungsanlage (das Smart Home) ihren Standort kennt und darauf basierend Heiz-Entscheidungen trifft?
Komfort vs Sicherheit und Datenschutz.
Wie lange braucht der entsprechende Raum, um das gewünschte Raumklima zu erreichen (Zeit zum Erwärmen). Sind sie damit zufrieden?
Wie hoch sind die akzeptablen einmaligen und laufenden Kosten?
Wie hoch ist ihr eigenes technisches “Internet” Know-How (Router, Firewall, IP-Adressen…) und die Bereitschaft sich mit der Thematik auseinanderzusetzen?
Siehe mehr zu #InternetKnowHow unten auf dieser Seite. Finde #InternetKnowHow auf der Homepage.
Setup
Gehört Ihnen Heizungsanlage bzw. welche Komponenten der Heizungsanlage haben Sie im Zugriff (Eigentum)?
Ein Bewohner eines Mietshauses kann den Heizkörper, aber nicht den Heizkessel steuern. Im Einfamilienhaus ist neben der Heizkörpersteuerung auch die Heizkesselsteuerung möglich.
Sind die Steuergeräte mit ihrer Heizung kompatibel?
Heizkörpersteuerung: Welche Heizkörperventile sind bei Ihnen am Heizkörper verbaut, passen die Heizkörperthermostate direkt oder gibt es Adapter dafür? Entsprechend gilt die Frage auch für die Heizkesselsteuerung, sofern erwünscht.
Welche mobilen Gerätetypen und Betriebssysteme unterstützt die anvisierte Heizungssteuerung?
Meist wird über das Smart Phone oder Tablet zugegriffen: ios, Android und Windows oder eine Web App?

Auf die beiden letzten Punkte (“Ist ein mobiler Zugriff auf die Heizungssteuerung erwünscht?#mobilerZugriff und “Wie hoch ist mein eigenes technisches „Internet“ Know-How?#InternetKnowHow) möchte ich näher eingehen:
Ein wichtiger Aspekt, den man beim mobilen Zugriff berücksichtigen muss, ist die Erreichbarkeit von in der Wohnung befindlichen Geräten über das Internet. Das Eingangstor ist oft der Router an dem die Heizungsgeräte direkt oder über weitere Komponenten angeschlossen sind. Hier einige Fallbeispiele, welche Wege ein Signal aus dem Internet nehmen kann:

a) Fritz!Box 7390 (Internet Provider Vodafone) Heizkörperthermostat
b) “Zwangsrouter” KabelBW-Router (Internet Provider KabelBW) Fritz!Box 7490 Heizkörperthermostat
c) Smart Home Portal / Cloud Fritz!Box 7390 (Internet Provider Vodafone) Smart Home Gateway Heizkörperthermostat

a) oder b):
Falls man von unterwegs die Heizung steuern möchte und dafür Variante a) oder b) einsetzen möchte, ist es am besten, wenn der mobile Zugriff vorher getestet wird. Wenn der Internet Provider den Zugriff verhindert (Stichwörter: keine feste IP, IPv4 vs IPv6 und DSLite, Zwangsrouter), muss der Tarif oder der Provider gewechselt werden. Wenn die verwendeten Hardware-Komponenten Schuld sind oder die Verkabelung der selbigen, muss das verändert werden. Auch kann zum Beispiel die Firewall blockieren und vieles mehr. Das kann recht viel IT Verständnis und Geduld beim Finden einer Lösung (Stichwörter: DynDNS, IP-Tunnel, Portfreischaltung) abverlangen. Gerade die Variante b) steigert die Komplexität enorm, da dann der nachgelagerte Router im privaten Subnetz läuft.

c):
Um die Probleme und den Aufwand zu umgehen, gibt es bei manchen Herstellern eigene Smart Home Portale. Zitat eines Herstellers “Für die Kommunikation des MAX! Cubes [Smart Home Gateway] mit dem MAX! Portal ist keine komplexe Konfiguration – beispielsweise von DynDNS – notwendig. Das Öffnen einer Firewall des Anwenders für die Kommunikation von außen ist ebenfalls nicht notwendig.” [ Max-Portal von eq-3] Bei diesem Hersteller ist es so, sofern man den Fernzugriff möchte, muss man sich am Portal gegen einen geringe Gebühr anmelden, andernfalls kann die MAX! nur innerhalb der Wohnung über den MAX! Cube die Geräte steuern. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen Cloud Lösungen.

Prinzipiell gibt es also 2 Möglichkeiten: Die jeweilige Entscheidung hat Einfluss auf die Kriterien Aufwand der Umsetzung und Kosten des Betriebs.

  1. Man selbst sorgt dafür, dass die jeweiligen Komponenten über das Internet erreichbar sind. Günstig, teilweise Ungewissheit, ob das Setup erfolgreich sein kann, aufwändig.

  2. Man nutzt ein Smart Home Portal eine Cloud. Meist gegen eine Gebühr, meist sicherer als eine eigene Freigabe von Komponenten von/in Richtung Internet, Gewissheit der Funktionsfähigkeit, kein Aufwand.
Vorklärung: Allgemeine Kriterien und Fragen zur Einschätzung der Heizungssteuerung wurde aktualisiert am: 25 März 2016 von yaazone

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